Die Rose Plastic Erfolgs-Story

Der Unternehmer Peter Rösler aus Hergensweiler im Westallgäu schrieb ein Buch, obwohl er nie eins schreiben wollte
Seit ein paar Monaten ist das knapp 150 Seiten umfassende Buch auf dem Markt. „Vom Zwei-Mann-Betrieb zum Global Player“, heißt das Werk mit dem Untertitel „Die Rose Plastic Erfolgs-Story“. Rösler beschreibt darin die Geschichte des heute international tätigen Unternehmens, das bei Werkzeugverpackungen aus Kunststoff 80 Prozent des Weltmarktes abdeckt.
Es begann mit einem Quirl
1950 hatte der Vater des heutigen Chefs, Ernst Rösler, in Berlin die Firma gegründet. Mit einem ausgetüftelten Haushaltsquirl, den er auf Straßenmärkten verkaufte, „hat er 1,5 Millionen Frauen glücklich gemacht“, schmunzelt Peter Rösler. Wegen des „Kalten Krieges“ in der geteilten Stadt und der Gefahr des russischen Übergriffes auf den Westteil suchten die Röslers jedoch ein ruhigeres Terrain und zogen 1975 mit dem ganzen Betrieb nach Hergensweiler um.
1978 übernahm Peter Rösler die Geschäfte. Dann ging es im Jahresrhythmus Schlag auf Schlag: Niederlassung in Großbritannien, Lizenzabkommen mit japanischem Partner, Vertriebsniederlassung in Frankreich, Gründung von Rose
Plastic USA, neue Produktionsstätte in China und jüngster großer Coup die Gründung einer Niederlassung in Brasilien. Rösler ist auf der ganzen Welt vertreten, „vor allem dort, wo die anderen Global Player sind“.Denn das sind die Kunden, insgesamt 6000 auf allen Kontinenten.
Wie das alles gekommen ist, beschreibt er in sieben Kapiteln, die er „Meilensteine“ nennt. Meilenstein Nr. 5 mit der Überschrift „Gemeinsam geht es besser“ zum Beispiel gibt detailliert Einblick in die Mitarbeiterförderung. Nicht Führung. Sondern Förderung. Gruppenarbeit wird ganz groß geschrieben, die Honorierung von Verbesserungsvorschlägen auch.
Coaches statt Abteilungsleiter
Bei rose plastic gibt es nicht die altehrwürdigen Abteilungsleiter sondern Coaches, die die unterschiedlichsten Fähigkeiten der Mitarbeiter fördern. Gruppenmitglieder und Coaches beurteilen sich gegenseitig und setzen sich auch regelmäßig in Kleingruppen zusammen. Gewinnbeteiligung, gemeinsame Ausflüge, Fitness-Studio in der Firma: selbstverständlich. Rösler muss das Mitarbeiter-System oft erklären. Dieser Tage gerade wieder bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben, bei der er auch Vize-Präsident ist. Oder in Zeitungs-Interviews, wie vor kurzem auch in unserem Blatt.
Das Vorwort von Röslers Buch hat die bekannte Management-Beraterin Professor Dr. Gertrud Höhler geschrieben. Ihr Fazit: „Nicht jedes Unternehmen ist erstklassig geführt. Damit es mehr werden, müssen mehr Führungskräfte – aber auch immer mehr Mitarbeiter – die Vision von erstklassiger Führung in ihrem Kopf mit sich tragen. Das Lesen dieses Buches kann dazu beitragen.“
OPeter Rösler, „Vom Zwei-Mann-Betrieb zum Global Player“, 2006, Orell Füssli Verlag Zürich, 24 Euro,
ISBN 978-3-280-05213-6



