Auslandswerke schaffen Arbeitsplätze in Deutschland

Von links: Bernward Rudolph (rose plastic), Wei Li, Markus Anselment (IHK Schwaben)und Axel Sir (IHK Schwaben).
HERGENSWEILER
Wenn ein Unternehmen auch in China und den USA fertigen lässt, ist das auch im Sinn der heimischen Mitarbeiter. Das zeigt das Beispiel des Verpackungsspezialisten rose plastic in Hergensweiler (Landkreis Lindau).
Innerhalb von zehn Jahren hat rose plastic seinen Umsatz mehr als verdreifacht, demnächst soll die Marke von 60 Millionen Euro übersprungen werden. Bernward Rudolph, Kaufmännischer Geschäftsführer, erklärt das mit den beiden inzwischen gegründeten Werken in Pittsburgh (USA) und in der Nähe von Shanghai (China) sowie mit dem 1997 eingeführten System der Mitarbeiterbeteiligung. Entgegen mancher Befürchtung geht das Auslandsengagement des Mittelständlers nicht zu Lasten des Stammsitzes. „Durch die Internationalisierung sind hier in Hergensweiler Arbeitsplätze geschaffen worden“, sagt Rudolph. So ist die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.
Derzeit arbeiten im heimischen Werk 350 Frauen und Männer für rose plastic, gut 300 sind es in den Auslandswerken sowie in den Vertriebsniederlassungen in England, Frankreich und Brasilien. Beim Umsatz wird noch deutlicher, dass der Schwerpunkt nach wie vor in Deutschland liegt: Während die Niederlassungen in diesem Jahr rund 20 Millionen Euro zum Umsatz beitragen, erwirtschaften die Mitarbeiter in Hergensweiler erstmals mehr als 40 Millionen Euro.
Viele Abnehmer im Ausland
Rudolph rechnet aber vor, dass rund 55 Prozent des Umsatzes am Stammsitz aus dem Export stammen. Nötig sei der Schritt ins Ausland gewesen, um wichtige Kunden direkt bedienen zu können. rose plastic ist mit 6000 Abnehmern in aller Welt bei Werkzeugverpackungen Weltmarktführer, bei technischen Verpackungen sowie Werbe- und Verkaufsverpackungen ist man gut im Geschäft, wie es heißt. Bei Massenprodukten wäre man nicht wettbewerbsfähig, wenn Kunden lange Transportwege zahlen müssten. Deshalb laufen die nun in USA und China vom Band. Anders sei es bei Spezialanfertigungen, die nur vom Stammsitz verschickt werden. Von Hergensweiler aus exportiert hat rose plastic auch sein schon vielfach ausgezeichnetes System der Mitarbeiterbeteiligung. Gruppenarbeit, übertarifliche Zulagen, gegenseitige Beurteilungen von Führungskräften und Mitarbeitern sind laut Rudolph seit zehn Jahren ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens. Bei einem Werksbesuch dankte Rudolph Vertretern der IHK Schwaben. Vor allem der Schritt nach China vor vier Jahren wollte gut vorbereitet sein. Dabei hat Wei Li geholfen. Die Chinesin ist bei der IHK in Augsburg Ansprechpartnerin für Unternehmen, die Geschäfte in und mit China machen. Rund 500 Betrieben hat sie in den vergangenen Jahren bereits Starthilfe gegeben. Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, und Axel Sir, Leiter des Geschäftsfeldes International der IHK, sind glücklich, dass Wei Li nicht nur Kultur und Sprache kennt, sondern auch Jura studiert hat und somit in Zusammenarbeit mit den Außenhandelskammern bei Rechtsfragen helfen könne.



